Zuhören bedeutet zunächst, das, was der eine sendet, vollständig wahrzunehmen. Danach wird die Wahrnehmung beim Empfangenden interpretiert und bewertet, worauf er seine Antwort in Form von einer Reaktion auf das Gesagte gibt, was beim Sendenden natürlich wiederum etwas auslöst. Gutes Zuhören heisst, sich dem andern vollständig zuzuwenden, ihn da abzuholen, wo er ist, Verständnis auszudrücken, das Gesagte zu deuten und das Reden zu fördern. Gutes Zuhören überlässt die Initiative dem Menschen, der das Problem hat, und ist wertschätzend. Es fördert die tiefer liegenden Gefühle zutage, zeigt die Bereitwilligkeit des Zuhörenden, zu helfen, und signalisiert gleichzeitig Wertschätzung.

Sich zuwenden

Sich zuwenden ist die Grundbedingung für gutes Zuhören. Dazu gehören die entsprechende Haltung (aufmerksam und aufgeschlossen sein, Zeit haben, Nähe) sowie das vertiefende Nachfragen, aber auch Schweigen beziehungsweise Nicken oder bestätigende Laute. Diese Form des Zuhörens wurde als aktives Zuhören bekannt.

Harmonie herstellen

Wenn Menschen sich im gleichen Rhythmus bewegen, entsteht Harmonie. Dies gilt ebenso äusserlich in Bezug auf Kleidung, Auftreten und Verhalten wie auch innerlich in Bezug auf Werthaltungen, Vorlieben und Meinungen. Diese Harmonie herzustellen, heisst, die andere Person abzuholen. Gemeinsame Schwingung bereitet den Boden vor, um den anderen in eine für ihn förderliche Richtung zu lenken.

Verstehen zeigen

Verstehen wird gezeigt durch das Wiedergeben des Gesagten und Versinnbildlichen der wahrgenommenen Gefühle des andern. Wer dadurch beim redenden Gegenüber eine Reak­tion im Sinne von "Ja, genau so ist es, und ..." oder "Ja, genau so fühle ich mich, und ..." hervorrufen kann, hat sein Verstehen gut gezeigt.

Undeutliches entschlüsseln

Nicht immer drücken sich Redende direkt und unmissverständlich aus. Sehr oft muss die zuhörende Person die eigentliche Botschaft aus dem umständlich Dargelegten herausfiltern oder aus oberflächlichen Verallgemeinerungen oder Andeutungen das Gemeinte entschlüs­seln. Auch kommt es häufig vor, dass jemand sich widersprüchlich ausdrückt – die wahr­genommene und ausgesprochene Inkongruenz kann als Schlüssel den Zugang zur eigent­lichen Botschaft öffnen.

Reden fördern

Wenn eine redende Person in irgendeiner Form erniedrigt wird, hört sie auf, zu reden. Viele alltägliche Verhaltensweisen und Redewendungen sind tendenziell abwertend und führen dazu, dass das Gespräch abgewürgt statt gefördert wird. Dies bedeutet aber nicht, dass solche Gesprächselemente in der normalen Kommunikation nicht verwendet werden dürfen. Es ist dann besondere Vorsicht geboten, wenn die Beziehung problematisch oder die Situation sehr heikel und angespannt ist.