Der Mensch hat eine unstillbare Lust auf Neues, das Gehirn liebt Spannungen und Überraschungen. Die intensive Beschäftigung mit etwas, was unseren Wunsch nach Neuem befriedigt, macht uns glücklich. Vielen Menschen fällt es schwer, ihre grundsätzliche Neugier im Verlaufe des Lebens auf Wesentliches zu lenken – oft ist es viel einfacher, oberflächlicher Sensationslust nachzugeben. Entsprechend finden sich viele in Seminaren oder beruflichen Weiterbildungen wieder, ohne dafür die notwendige Lernbereitschaft mitzubringen. Aus unterschiedlichsten Gründen fühlen sie sich dazu genötigt, sich persönlich und emotional weiterzuentwickeln. Aber bei den Soft Skills ist ohne Lernbereitschaft ein Lernerfolg unmöglich. Lernbereitschaft kann grundsätzlich unterstützt werden, indem Personen mit ihren Zielen und Wünschen konfrontiert werden und daraus erkennen können, ob Veränderungen überhaupt nötig sind, was es braucht und ob sie bereit sind, diesen Weg der Veränderung zu gehen.

Offen sein für Neues

Die Offenheit für Neues nimmt zwischen dem zwölften und dem zwanzigsten Altersjahr deutlich zu und danach langsam wieder ab. Entwicklung bedeutet Neues, und dieses Neue wird zunächst häufig ausgeblendet. So nehmen viele Erwachsene lange Zeit keine Notiz von der Existenz oder der Relevanz eines Problems oder Wunsches. Sie zweifeln an der Lösbarkeit eines Problems oder der Erreichbarkeit eines Zieles oder an der eigenen Problemlösungs- oder Zielerreichungskompetenz, was sich in Schulungen und Coachings als Widerstand äussert. Entwicklung setzt aber eine offene Haltung voraus.

Sich selber motivieren

Motivieren muss eine Person sich selbst, Lernmotivation kann nicht von aussen eingegeben werden. Aber die grundsätzlich vorhandene Motivation kann unterstützt werden durch sinngebende und verantwortungsvolle Aufgaben, unabhängiges Handeln und Anerkennung der Leistungen. Unsere Motivation hängt von der Freude an der jeweiligen Arbeit (intrinsische Motivation) und vom materiellen Gewinn, den wir daraus ziehen (extrinsische Motivation ) ab.

Eigenes Lernver­halten kennen

Wer seine Muster und Einstellungen zum Lernen nicht kennt, kann den eigenen Lernwiderstand kaum überwinden und bleibt auf derjenigen Stufe der Lernbereitschaft stehen, die seiner gewachsenen Einstellung zum Lernen entspricht. Deshalb ist es wesentlich, sich mit den eigenen Glaubenssätzen zum Lernen und der Lernkonzeption auseinanderzusetzen.  Der eigene Lernstil und alle Instrumente der Lern- und Arbeitstechnik sollten auch im Zusammenhang mit der Reflexion und der Überprüfung der Entwicklung gesehen werden.

Aus Fehlern lernen

Aus der Abgrenzung vom Negativen lernen wir ebenso viel über das Positive wie von positiven Vorbildern selbst. Wer erkennt, wie etwas nicht geht oder was etwas nicht ist, hat ziemlich viel darüber erkannt, wie etwas gehen oder was etwas sein könnte. Fehler zu machen, ist ein grosser Vorteil, denn die Erinnerung daran (und eventuell an die positiven oder negativen Folgen) bleibt dauerhaft. Ein Fehler beziehungsweise Fehlverhalten ist meistens Ausdruck der bestmöglichen Lösung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie weisen uns also immer auch auf tiefer liegende Zusammenhänge hin, die aufgedeckt werden können.

Kreativ sein

Kreativität bedeutet, Neues zu schaffen. Sie lebt von Freiheit und Nicht-Bewertung. Kreativität und Neues wächst vor allem aus der inneren Ruhe und Stille, nicht in der Hektik des Alltags und der Beschäftigung mit Zahlen, Daten und Fakten.

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Lesen Sie weiter im Buch: Ruth Meyer, Soft Skills fördern, Kapitel 1.1