Die Führung von mündigen, eigenständigen Persönlichkeiten erfordert Entwicklungs-und Wirkungskompetenz ebenso wie kommunikative und emotionale Kompetenz sowie Gruppenkompetenz. Bei den Beziehungskompetenzen und insbesondere beim Führen und Erziehen werden also alle Soft Skills benötigt, Führen ist eine Frage der ganzen Persönlich­keit.

Der wichtigste Bestandteil erfolgreichen Führens ist die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Führungsperson. Beziehung erfordert gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung. Geführtwerden basiert auf Freiwilligkeit, die Persönlichkeit und Menschenwürde sind unan­tastbar. Im Rahmen dieses Geführtwerdens sind Mitarbeitende empfänglich für Motivation und Personalentwicklung. Ebenso aber ist das Machtgefälle unübersehbar. Der Umgang mit Kontrolle und Delegation widerspiegelt einen wesentlichen Teil der Haltung einer Füh­rungsperson. Insgesamt bedeutet also Führungskompetenz, in Interaktion mit den Mitar­beitenden und den Kunden eines Unternehmens auf sich laufend verändernde Bedingun­gen einzuwirken und damit ganzheitlich zu führen.

Motivieren

Motivierte Mitarbeitende arbeiten effektiver und machen weniger Fehler. Um motivieren zu können, sollte eine Führungsperson Visionen und Strategien überzeugend kommunizie­ren können, die Mitarbeitenden in die Gestaltung von Leitbildern und der Unternehmens­kultur einbeziehen, den Mitarbeitenden Spielraum zur Übernahme von Verantwortung geben, die Mitarbeitenden an der Einsatzplanung beteiligen und sie an Erfolg und Aner­kennung teilhaben lassen.

Personalentwicklung

Mitarbeitende müssen sich weiterentwickeln können, wenn sie motiviert und leistungsfähig bleiben sollen. Führungspersonen sollten deshalb darauf achten, dass sich die Mitarbeiten­den im Einklang mit ihren eigenen Interessen, Fähigkeiten und Laufbahnzielen weiterbilden können.

Kontrollieren

Ohne die Überprüfung von Abläufen, Ergebnisse und des Verhaltens der Mitarbeitenden ist Führung nicht denkbar. Während die Kontrolle der Abläufe und Ergebnisse delegiert werden können, bleibt die Überprüfung der Leistung und des Verhaltens (Entwicklung überprüfen) der Führungsperson vor­behalten. Jede faire und effektive Kontrolle umfasst die vier Phasen "Überprüfung/Messung", "Vergleich Ist­Soll", "Korrekturmassnahmen ableiten" und "Korrekturmassnah­men umsetzen". Je transparenter die Überprüfungskriterien und die Sollwerte sind, desto weniger werden Kontrollen als Selbstzweck oder Schikane empfunden.

Delegieren

Delegieren heisst, den Mitarbeitenden komplexe Aufgaben so zu übertragen, dass sie selbst in der Lage sind, den Arbeitsablauf zu planen, durchzuführen und zu überwachen. Delegierbar sind Sachaufgaben, die Mitarbeitende selbstständig erledigen können. Nicht delegierbar sind die eigentlichen Führungsaufgaben wie Personalauswahl, Einsatzplanung, Strategie­ und Zielsetzungen, Aufgabenkoordination, Mitarbeiterbeurteilung, Gehalts­fragen, Informations­ und Kommunikationspolitik, Controlling.

Ganzheitlich führen

Der ganzheitliche Führungsstil zeichnet sich aus durch die Orientierung an Visionen, sinn­stiftender Kommunikation, vertrauensbildender Klarheit und der Entwicklung der Einzelnen wie auch der Organisation. Dabei wird die Unternehmensvision und Strategie klar formuliert und kommuniziert, das positive Selbstwertgefühl aller Beteiligten gesteigert, das Potenzial aller Beteiligten erkannt und ausgeschöpft, die Produkt­ oder Dienstleistungsqualität lau­fend verbessert sowie die Identifikation aller Beteiligten mit der Unternehmung gefördert. 

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Qualität in Schulen

Wie Sie diese Kompetenz bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und bei sich selbst fördern können, finden Sie im Buch Soft Skills fördern von Ruth Meyer im Kapitel 5.5