Lehrplan-Entwicklung: lernzielorientiert UND kompetenzorientiert

Kore Triplex

Entwicklung

Es hat lange gedauert, bis sich die Lernziel-Orientierung in der Erwachsenenbildung durchgesetzt hat. Noch heute gibt es Lehrpersonen, die der Ansicht sind, in ihren Angeboten könne nicht zielorientiert vorgegangen werden, da es sich bei ihrem Angebot um ergebnisoffene Prozesse handle. Anderen Lehrpersonen ging die Lernziel-Orientierung mit den K-Stufen (Taxonomiestufen nach Bloom für kognitive Lernziele) schon immer zu wenig weit, sie gewichteten die psychomotorischen und/oder affektiven Lernziele deutlich höher.

Eine Verbindung von Leistungszielen / Feinzielen mit Kompetenz-Orientierung kann all diesen Lehrpersonen eine bessere Orientierung geben.

Das implizierte, vorausgesetzte Wissen entspricht im allgemeinen den Anforderungen / Voraussetzungen für ein bestimmtes Angebot. In den Ausschreibungen werden Handlungsfelder und Lernziele beschrieben. Für den Unterricht werden Handlungsfelder oder Handlungssituationen definiert (Beteiligte, Tätigkeiten, Vorgaben und/oder Standards).

  • Auf Zertifikatszusätzen werden die beruflichen Tätigkeitsfelder verwendet: Wo kann man das anwenden? (die anspruchsvollsten Tätigkeiten, wo die Ressourcen gebraucht werden)

Lernziele = Ressourcen

Was bei den KORE-Lehrplänen als Ressourcen bekannt ist, kann für die Unterrichtsplanung in Lernziele der verschiedenen Bereiche gefasst werden.

Kenntnisse: Wissen und Verstehen

Das, was im Kurs auswendig gelernt wird, ist das Wissen. Um diese Ressourcen zu identifizieren, kann man von Lernzielen ausgehen: Welches sind die wesentlichen Inhalte? Das, was situativ verstanden werden muss, wird gefunden, indem man die priorisierten Lernziele mit den Handlungssituationen abgleicht.

Sensomotorische Fertigkeiten / Prozedurale Fertigkeiten / Handlungskompetenz

Das, was am Ende des Kurses gekonnt wird, sind die end-prozeduralen Handlungen, also die Beherrschung von Hilfsmitteln, Werkzeugen und Bewegungsabläufen. Handlungskompetenz zeigt sich am erfolgreichen Verhalten in einer definierten Anwendungssituation. Um diese Ressourcen zu identifizieren, kann man vom Profil der beruflichen Tätigkeit ausgehen und mit den Handlungssituationen abgleichen.

affektive Anteile / Haltung

Statt von affektiven Lernzielen ist bei der Kompetenz-Orientierung von Selbst- und Sozialkompetenzen die Rede.

Selbstkompetenz

ist die Kompetenz, die geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten unter Anleitung bzw. nach betrieblichen Vorgaben in klar definierten zugewiesenen Aufgaben im Betrieb und/oder einem betriebsähnlichen Umfeld anzuwenden und verbindliche Anforderungen einhalten zu können (Sorgfalt, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit, Einhaltung von Vorgaben und Normen, Zivilcourage, realistische Selbsteinschätzung, etc.).

Sozialkompetenz

ist die Kompetenz, das Verhalten der Situation anzupassen und sich gegenüber Menschen korrekt zu verhalten sowie sich mündlich und schriftlich mitzuteilen (Kooperation, Hilfsbereitschaft, Durchsetzung, Anpassung, Flexibilität, Respekt, Toleranz, Kommunikation, Empathie, etc.).